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In diesen Tagen feiern die Muslime die Geburt des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm). Den Überlieferungen zu Folge wurde er im dritten Monat (Rabi'u l-awwal) des islamischen Kalenders geboren. Weltweit gedenken die Muslime des Propheten (Friede sei mit ihm), in dem sie in den Moscheen oder auf verschiedenen Veranstaltungen über das Leben des Propheten(Friede sei mit ihm) referieren und den Qur’an rezitieren. Islamischer Gesang oder das Vortragen von Gedichten über den Propheten (Friede sei mit ihm) sind auch oftmals Teil dieser Veranstaltungen. Nicht selten werden berühmte Qur’an Rezitatoren aus verschiedenen Ländern eingeladen, welche auf Veranstaltungen zur Geburtsfeier des Propheten (Friede sei mit ihm) den Qur’an rezitieren.
Das Bündnis Islamischer Gemeinden feierte in diesem Jahr gemeinsam mit der DITIB (Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) im CHH die Geburt des Propheten (Friede sei mit ihm). 3000 Hamburger Muslime besuchten die Veranstaltung, lauschten der Qur’an Rezitation von weltweit berühmten Rezitatoren, islamischem Gesang und hörten einen Vortrag über den Propheten (Friede sei mit ihm). Die Islamische Hochschulgemeinde wird am 23. April eine Veranstaltung zur Geburt des Propheten (Friede sei mit ihm) unter dem Titel „Herr der Rosen“ an der Uni Hamburg durchführen (siehe unter Veranstaltungen) und die Muslimische Frauengemeinschaft führt am 25. April eine Veranstaltung im Bürgerhaus Wilhelmsburg zur Geburt des Propheten (Friede sei mit ihm) für Frauen durch (siehe auch unter Veranstaltungen). Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) ist für die Muslime der gelebte Qur’an und das beste Vorbild, nachdem sich die Muslime richten.
Die Reise des Propheten nach Medina
Auch die Hidschra fand im Monat Rabi'u l-awwal statt. In der muslimischen Geschichte ist sie ein Ereignis von herausragender Bedeutung. Immerhin war sie der erste Schritt auf dem Weg zum islamischen Gemeinwesen, das viele Jahrhunderte bestehen sollte und der Menschheit eine einzigartige Zivilisation bescherte. Den Sahaba (Prophetengefährten), möge Allah an ihnen Wohlgefallen finden, war die Hidschra jedenfalls wichtiger als der Geburtstag des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil: Zur Festlegung des Beginns der islamischen Zeitrechnung betrachteten sie die bedeutsamsten Ereignisse ihrer Geschichte, woraufhin ’Umar Ibn al-Chattab, möge Allah Wohlgefallen an ihm finden, ihnen die Wahl zwischen zwei Ereignissen ließ: der Berufung Muhammads zum Propheten und der Hidschra.
Der Tod des Propheten
Die Gelehrten datieren einhellig auch den Todestag des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, auf einen Montag im Rabi'u l-awwal, die meisten von ihnen auf den zwölften. Es war ein erschütterndes und schmerzliches Ereignis, von dem Ibn Radschab berichtet: "Der Tod von Allahs Gesandtem, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, versetzte die Muslime in einen Ausnahmezustand: Einige waren vor Bestürzung fassungslos, sie waren wie gelähmt und fanden keine Worte. Andere wiederum wollten seinen Tod gänzlich nicht wahrhaben" (6).
Von Anas, möge Allah Wohlgefallen an ihm finden, stammt dazu diese Überlieferung: "Am Tag, an dem Allahs Gesandter, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, in die Stadt Medina eintrat, erstrahlte alles in ihr in hellem Glanz. Als dann der Tag kam, an dem er starb, wurde alles in ihr stockfinster. Und als wir die Hände (nach der Beerdigung) des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, abstaubten, kannten wir (vor Trauer) unsere Herzen nicht wieder" (Anas Ibn Malik: Ibn Madscha).
Dementsprechend sagte Allahs Gesandter sinngemäß: "Wenn jemand von euch von einem Todesfall getroffen wird, so erinnere er sich an seinen Trauerfall (durch meinen Tod), denn er ist einer der größten Schicksalsschläge" (Makhul: Sunan ad-Darimi). Al-Qurtubi schreibt hierzu: "Allahs Gesandter, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, sprach die Wahrheit, denn der Trauerfall durch seinen Tod ist gewaltiger als jeder Schicksalsschlag, der den Muslim bis zum Tag der Auferstehung treffen kann: die Offenbarungen rissen ab und das Prophetentum starb (mit ihm). Es war der Beginn des Unheils durch den Glaubensabfall arabischer Stämme und dergleichen, ..." (7).
Damit liegt der Geburtstag des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, zeitlich sehr nah an seinem Todestag, der den größten Verlust und die größte Prüfung für die muslimische Umma darstellt. Angesichts dieser Nähe und der Schwere dieses Ereignisses halten einige Gelehrte die Freude und das Feiern am Maulid für nicht angebracht. Beispielsweise meint Abu "Amr Ibn al-Alaa': "Der Monat, in dem der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, geboren wurde, ist der gleiche wie der, in dem er verstarb. Die Freude in ihm hat also keinen Vorrang vor der Trauer" (8).
Bedeutung des Maulid bei den Prophetengefährten
Sicherlich war die Geburt des Propheten ein großer Segen nicht nur für die Muslime, sondern für die Gesamtheit der beiden Schöpfungen der Menschen und der Dschinn. Die Sahaba, möge Allah an ihnen Wohlgefallen finden, maßen seinem Geburtstag aber keine überragende Bedeutung zu, zumal seine Geburt zuallererst die Geburt eines normalen Menschen war. Trotzdem kann wohl keiner behaupten, dass die Prophetengefährten den Geliebten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, in ihrer Mitte nicht gebührend ehrten, doch taten sie dies auf andere Art und Weise. Obwohl die drei Ereignisse - die Geburt, die Hidschra und der Tod - in den Rabi'u l-awwal fallen, pflegten die Sahaba in ihm zu ihrem Gedenken keine besonderen gottesdienstlichen Handlungen. Sie hatten begriffen, dass die vollkommene Ehrerbietung und Liebe gegenüber dem Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, darin liegt, seiner Lehre zu folgen. Diese Generation hatte der Prophet persönlich in die Riten des Din (Lebensweise, Religion) eingewiesen und sie ermahnt, daran festzuhalten. Und die Sahaba fügten seiner Lehre nicht das Geringste hinzu.
Maulid zwischen verfehlter Neuerung und Erinnerung
Argumente aufgrund der Sunna des Propheten und seiner Gefährten
So argumentieren denn auch die Gegner des Feierns des Maulid, dass dies ein Brauch sei, der zur Zeit des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, und seiner Gefährten nicht praktiziert wurde und deshalb als Bid’a (verfehlte religiöse Neuerung) abzulehnen sei. Aufbauend auf dieser Grundthese wird durchaus überzeugend weiter argumentiert, indem beispielsweise gesagt wird, dass man durch das Feiern des Maulid
- gottesdienstliche Handlungen vollzieht, die in dieser Form nicht vom Propheten gelehrt wurden und
- dadurch in Abrede stellt, dass der Prophet die Botschaft verkündet, das Prophetentum erfüllt und aufrichtigen Rat gegeben hat - wie die Prophetengefährten, möge Allah Wohlgefallen an ihnen finden, bei der Abschiedswallfahrt bezeugten - und schließlich
- sogar die Liebe der Sahaba zum Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, in Abrede stellt, da diese seinen Geburtstag nicht feierten.
Einige Befürworter des Maulid-Feierns halten dagegen, dass ja auch das Tarawih-Gebet in der Gemeinschaft, also ein eindeutiger Akt des Gottesdienstes im Monat Ramadan, sowie das Zusammentragen des Korans zu einem Buch erst nach dem Ableben des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, stattfanden. Diese Argumentation übergeht jedoch die Tatsache, dass beide Dinge von den Sahaba, möge Allah Wohlgefallen an ihnen finden, eingeführt wurden, und dass dementsprechend sicherlich kein Gelehrter Einwände gegen das Feiern des Maulids hätte, wenn die Sahaba oder auch nur die Tabi'un (die Gefährten der Sahaba) dies getan hätten.
Argumente aus dem Koran
Die Gegner beziehen sich in ihrer Ablehnung auch auf den Koranvers: "Heute habe Ich für euch eure Religion vollständig gemacht, und Ich habe meine Gnade an euch erfüllt, und Ich habe für euch den Islam als Religion gewünscht ...“ (5:3). In diesem Zusammenhang erläutert Imam Malik diesen Vers folgendermaßen: „Was also an diesem Tag zum Din gehörte, so gehört es zum Din. Und was an diesem Tag nicht zum Din gehörte, so gehört es nicht zum Din“ (9). Demnach widerspräche das Feiern des Maulid also offen diesem Vers, da Allah der Erhabene den Din eben ohne den Maulid als Feiertag vollständig gemacht hat, sondern stattdessen andere Feiertage festlegte.
Doch auch die Befürworter zitieren bisweilen Koranverse, um ihre Position zu stärken. So sage Allah der Erhabene ja eindeutig im Koran: „... und erinnere sie an die Tage Allahs, ...“ (14:5). Die „Tage Allahs” bedeuten nach Ibnu l-Dschauzi eben „die Tage Allahs mit seinen Wohltaten, den Geschehnissen der früheren Gemeinschaften“ etc. Und wie bereits erwähnt, war die Geburt des Propheten natürlich eine große Wohltat. Es wird auch die Praxis des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, angeführt, den Aschura im Gedenken an eine Wohltat, nämlich der Errettung der Kinder Israels und Moses vor dem Pharao, besonders zu begehen, indem er an ihm fastete. Dies wiederum ginge mit dem oben zitierten Koranvers einher.
Argumente aufgrund von Festbräuchen
Zum Maulid gibt es oft besondere Süßigkeiten, und viele kommen einfach nur zum Essen zusammen und erinnern sich dabei an das Vorbild des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, wogegen nach den Befürwortern ja nichts einzuwenden sei. Vor allem nicht, wenn auch Arme und Bedürftige zum Essen eingeladen werden, wie es in einigen Ländern der Fall ist. Und so sagen auch viele Muslime, dass sie, den Maulid begehen, gerade weil sie den Propheten lieben und seinem Vorbild nachstreben möchten.
Zum Maulid finden auch Versammlungen statt, während derer aus eigens hierfür verfassten Büchern Lobeshymnen vorgetragen werden. Diese beschreiben dann die Geburt des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, und ihre Begleitumstände, seinen vorzüglichen Charakter und seine Wunder. Hierbei ist zu beachten, dass nicht das Maß überschritten wird, wenn nämlich der Geburtstag des Propheten gefeiert wird, wie die Christen den Geburtstag von Isa (Jesus), Friede sei mit ihm, feiern. Denn der Prophet mahnte: „Übertreibt nicht in meinem Lob, so, wie die Christen im Lob (von Isa,) dem Sohn der Mariam, übertrieben haben, denn ich bin ja nur Sein Diener. So sagt: 'Der Diener Allahs und Sein Gesandter'" (’Umar: Buchari).
Genau an diesem Punkt setzt auch die Kritik der Gegner des Maulid-Feierns an. Die Ablehnung rührt beispielsweise aber auch von der Erinnerung her, dass sich am Maulid mancherorts Männer und Frauen vermischten und gemeinsam auf den Straßen feierten. Vor allem werden Praktiken kritisiert wie die, dass sich in einigen Ländern die Teilnehmer von Zusammenkünften zum Maulid mit Gesang und Trommeln in Ekstase versetzen und dann aufstehen, da sie dem Irrglauben verfallen sind, dass die Seele des verstorbenen Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, die Versammlung aufsuche. Solche Praktiken sind jedoch sowohl nach Meinung der Kritiker als auch der Befürworter unter den angesehenen Rechtsgelehrten eindeutig außerhalb der Grenzen des Islam.
Gegner und Befürworter sprechen nicht von derselben Sache
Angesichts des Vorausgegangenen kommt der Gelehrte ’Ali Mahfudh zu dem Schluss, dass die Parteien in der Maulid-Debatte im Wesentlichen über zwei verschiedene Dinge sprechen: Die Kritiker erheben Einspruch gegen Praktiken, die generell nicht akzeptierbar sind, während diejenigen, die die Erinnerung an den Maulid befürworten, über etwas sprechen, was generell erlaubt ist (10). Demnach sei gegen das Begehen des Geburtstags des Propheten (s) nichts einzuwenden, wenn islamisch nicht akzeptierbare Praktiken gemieden würden. Zur genaueren Unterscheidung meint der Gelehrte Mutwalli ad-Darsch folgerecht: „Wir nennen es keine Feier, sondern eine Erinnerung an den Geburtstag des gesegneten Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil“ (11).
In diesem Sinne spricht sich auch der Gelehrte Yusuf al-Qaradawi dafür aus, Anlässe wie den Maulidu n-Nabi dafür zu nutzen, um prophetische Werte vom Staub der Zeit zu befreien:
„Wir alle wissen, dass die Gefährten des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, weder den Geburtstag des Propheten, noch die Hidschra oder die Schlacht von Badr feierten. Da sie solche Ereignisse zu Lebzeiten des Propheten selbst miterlebt hatten, dachten sie ständig an ihn und trugen ihn immer in ihren Herzen. Sa’d Ibn Abi Waqqas sagte, dass sie ebenso darauf bedacht waren, ihren Kindern die Geschichten von den Schlachten des Propheten zu erzählen, wie sie darauf bedacht waren, ihnen den Koran zu lehren. So erinnerten sie ihre Kinder immer wieder an die Ereignisse zu Lebzeiten des Propheten und bedurften solcher Feiern nicht. Die nachfolgenden Generationen jedoch vergaßen diese ruhmreiche Geschichte und ihre Bedeutung. Und so begann man damit, diese großen Ereignisse zu begehen, um sie und ihre Werte wieder aufleben zu lassen und von ihnen zu lernen. Leider beinhalten solche Festtage einiges an Bid’a, wo sie doch veranstaltet werden sollten, um die Menschen an das Leben des Propheten und seinen Ruf zu erinnern. ... Solche Anlässe sind dafür da, die Menschen zu erinnern, wie der Prophet lebte“ (12).
Wa-Llahu a’lam wa bi-Llahi t-Taufiq Und Allah der Erhabene weiß es am besten, und mit Allah dem Erhabenen ist der Erfolg.
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